Analyse?
Analyse!
In vielen Punkten stimmen Medienschaffende und junge Erwachsene überein – etwa bei Nutzungsgewohnheiten, der Bedeutung von Lebensweltbezug oder der Zahlungsbereitschaft. Die Studie zeigt daher weniger ein Wissensdefizit darüber, was junge Zielgruppen wollen, sondern vor allem strukturelle Hürden bei der Umsetzung.
Lebensweltbezug entscheidet über Aufmerksamkeit, ist redaktionell aber schwer systematisch herzustellen – oft fehlt die Nähe zur Zielgruppe. Diversere Redaktionen und der konsequente Ein-bezug junger Erwachsener können helfen, vorausgesetzt Redakteur:innen haben den nötigen Handlungsspielraum, um Ideen auch umzusetzen.
Nachhaltige Veränderung muss aus den Medienorganisationen selbst kommen. Dafür braucht es experimentierfreudige Führung, Fehlertoleranz, motivierte Teams, weniger starre Strukturen und bessere Zusammenarbeit. Gleichzeitig entstehen Innovationen in der Medienbranche immer im Zusammenspiel von Redaktionen, Unternehmen und Gesellschaft – und erfordern auch Entscheidungen gegen Bewährtes.
Auch Marketing und Angebote müssen überdacht werden. Junge Erwachsene kennen zwar etablierte Medienmarken, sind mit deren Inhalten jedoch kaum vertraut. Gleichzeitig wirken bestehende Abo-Modelle wenig attraktiv – hier braucht es neue, zielgruppengerechte Angebote.